
Wie Sattelunterlagen die Hautgesundheit deines Pferdes beeinflussen — und was du dagegen tun kannst.
Verstopfte Talgdrüsen gehören zu den häufigsten, aber oft übersehenen Hautproblemen bei Reitpferden. Sie entstehen, wenn die natürliche Talgproduktion der Haut durch Druck, Reibung oder mangelnde Belüftung gestört wird.
In diesem Artikel erfährst du, was Talgdrüsen sind, warum sie verstopfen, welche Rolle die Sattelunterlage dabei spielt und wie du das Problem effektiv vorbeugen kannst.
Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) befinden sich in der Haut deines Pferdes und produzieren ein öliges Sekret — den Talg. Dieser bildet zusammen mit dem Schweiß einen natürlichen Schutzfilm auf der Haut, der vor Austrocknung, Bakterien und äußeren Einflüssen schützt.
Besonders in der Sattellage ist die Talgproduktion entscheidend: Hier wird die Haut durch das Reitergewicht stark beansprucht. Funktionieren die Talgdrüsen nicht richtig, wird die Haut trocken, spröde und anfällig für Irritationen.
Verstopfte Talgdrüsen äußern sich durch verschiedene Anzeichen, die oft erst bei genauem Hinsehen auffallen:
Die häufigsten Auslöser sind schlecht belüftete Sattelunterlagen, synthetische Materialien, die keinen Feuchtigkeitsaustausch ermöglichen, zu seltenes Waschen der Schabracke und übermäßiger Druck durch schlecht sitzende Sättel.
Die Sattelunterlage liegt direkt auf der empfindlichen Haut in der Sattellage und hat damit enormen Einfluss auf die Hautgesundheit. Eine ungeeignete Unterlage kann Talgdrüsen auf mehrere Arten verstopfen:
Eine hochwertige, atmungsaktive Sattelunterlage hingegen unterstützt den natürlichen Hautstoffwechsel. Sie transportiert Feuchtigkeit ab, ermöglicht Luftzirkulation und verteilt den Druck gleichmäßig — alles Faktoren, die verstopften Talgdrüsen effektiv vorbeugen.
Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich verstopfte Talgdrüsen in den meisten Fällen verhindern. Die Prävention beginnt bei der Wahl der richtigen Sattelunterlage und umfasst die gesamte Pflegeroutine.
Setze auf natürliche, atmungsaktive Materialien wie Baumwolle, Wolle oder spezielle Funktionsfasern. Diese Materialien können Feuchtigkeit aufnehmen und nach außen transportieren, sodass die Haut atmen kann. Vermeide rein synthetische Unterlagen ohne Feuchtigkeitsmanagement.
Wenn du entzündete, eitrige oder stark geschwollene Stellen in der Sattellage entdeckst, solltest du unbedingt einen Tierarzt konsultieren. Auch bei anhaltenden Hautveränderungen trotz guter Pflege ist tierärztlicher Rat wichtig.
Nutze im Sommer eine leichtere Unterlage als im Winter. Wechsle die Schabracke bei Mehrtages-Turnieren täglich. Lass dein Pferd nach dem Reiten einige Minuten ohne Sattel im Schritt gehen, damit die Haut sich regenerieren kann.